Schallschutzfenster - Schalten Sie den Lärm ab

Schallschutzfenster dienen dem passiven Lärmschutz. Zusammen mit anderen Maßnahmen sollen sie den Außengeräuschpegel in Wohn-, Schlaf- und Arbeitsbereichen auf ein erträgliches Maß absenken. Dabei werden je nach Umgebung unterschiedliche Schallschutzwerte gefordert. Fenster-Magazin.de bietet Ihnen umfassende Informationen über Aufbau und Eigenschaften von Schallschutzfenstern.

Einordnung von Schallschutzfenstern

Ansicht eines SchallschutzfenstersIn Deutschland wird die Schalldämmung von Fenstern in sechs Schallschutzklassen unterteilt und beginnt bei einer Absenkung von 25 dB (siehe Tabelle unten). Prinzipiell können alle Fenster als Schallschutzfenster angesehen werden, die eine Lautstärkepegelabsenkung ab diesem Mindestwert erfüllen. So erreichen beispielsweise historische Kasten- und Verbundfenster aufgrund des hohen Scheibenabstands von 8-12 cm und unterschiedlicher Scheibenstärke hervorragende Schalldämmwerte von 50 bis 60 dB. Hier sind jedoch Einbußen in Bezug auf die Wärmedämmung hinzunehmen, so dass unter modernen Lärmschutzfenstern solche verstanden werden, die zusätzlich zu gängigen Dämmeigenschaften auch betreffende Schallschutzwerte erreichen.

Sie suchen Fenster? Fenster finden Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich
mehrere Fenster-Angebote.

Technischer Aufbau von Schallschutzfenstern

Die Schallschutzeigenschaften von Fenstern hängen vor allem von folgenden Faktoren ab:

  • Aufbau und Dicke der Verglasung
  • Schalltechnische Qualität von Blend- und Flügelrahmen
  • Abdichtung der Rahmen untereinander und gegen das Mauerwerk

Das Rahmenmaterial selbst ist zu vernachlässigen: Holz, Aluminium und Kunststoff sind gleichermaßen für Schallschutzfenster geeignet. Bei der Verglasung ist neben der Stärke der Scheiben besonders auf deren Anordnung zu achten. Während dickere Gläser prinzipiell stärker abschirmen als dünnere, entsteht der größte Dämmeffekt durch den Zwischenraum zwischen den Scheiben (Mehrschalligkeit). Dabei gilt, dass der Dämmwert umso stärker ist, je größer der Abstand zwischen den Scheiben ausfällt. Allerdings wird unter 10 mm Abstand kaum ein Vorteil gegenüber Einfachverglasungen erzielt. Darüber hinaus kann durch die Verwendung unterschiedlicher Scheibenstärken der Spuranpassungseffekt abgeschwächt werden. Zusätzlich können die Scheiben mit schallschluckenden Folien beschichtet und die Scheibenzwischenräume mit speziellen Gasen gefüllt werden, wobei jedoch auf die Umweltverträglichkeit zu achten ist. Außerdem haben manche Gase bei tiefen Frequenzen schlechtere Dämmeigenschaften als Luft. Von entscheidendem Einfluss ist der Anschluss des Fensters, insbesondere zwischen Blendrahmen und Rohbau. Hier ist zumindest eine Ausfütterung des Anschlusses mit Mineralwolle oder Schaum zu empfehlen. Möglicherweise ist jedoch ein Hinterfüllprofil (z.B. ein geschlossen zelliges Neoprenprofil) notwendig. Ein beidseitiges Verputzen der Einbaufuge erhöht den Dämmwert zusätzlich.

Sie suchen Fenster? Fenster finden Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich
mehrere Fenster-Angebote.

Grafische Ansicht des Aufbaus eines Schallschutzfensters

Wann sind Schallschutzfenster empfehlenswert?

Lärm beeinflusst nachweislich den menschlichen Stresspegel und kann auf Dauer zu psychischen und körperlichen Erkrankungen führen. Bereits ein Schallpegel von 30 dB(A) wird von den meisten Menschen als störend empfunden, bei 65 dB(A) erhöhen sich Herzfrequenz und Blutdruck. Je nach Nutzung werden unterschiedliche Schallschutzlevel empfohlen:

  • Arbeiten 35-50 dB(A)
  • Wohnen 30-35 dB(A)
  • Schlafen 25-30 dB(A)

Ob Lärmschutz notwendig ist, hängt natürlich von der Umgebung ab. Typischerweise reicht der Außenpegel in Dorf- und Mischgebieten bis rund 60 dB(A), in Stadtzentren bis 70 dB(A). An dicht befahrenen Straßen kann er diesen Wert jedoch leicht überschreiten. Während also in dörflichen Gebieten zumindest für das Wohnen und Arbeiten normalerweise kein Schallschutz notwendig ist, sind Lärmschutzfenster in Innenstadtbereichen zumindest fürs Schlafzimmer zu empfehlen. Allerdings sollte bedacht werden, dass ein vollständiges Abschirmen der Außenwelt als unnatürlich und isolierend und somit ebenfalls als störend empfunden werden kann. Somit ist eine zu starke Schalldämmung ebenfalls nicht zu empfehlen.

Sie suchen Fenster? Fenster finden Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich
mehrere Fenster-Angebote.

Tabelle: Schallschutzeigenschaften verschiedener Fenstertypen

Schallschutz-
klasse
Außenpegel-
abschwächung
Beispiele
1 25-29 dB
  • Einfachverglasung mit einer Dichtungsebene
  • Isolierverglasung ohne besondere Dichtung
  • Verbundfenster mit einer Dichtungsebene
  • Kastenfenster ohne besondere konstruktive Anforderungen
2 30-34 dB
  • Einfachverglasung (8 mm) mit einer Dichtungsebene
  • Isolierverglasung mit einer Dichtungsebene
  • Verbundfenster mit einer Dichtungsebene (8 mm)
  • Kastenfenster ohne besondere konstruktive Anforderungen
3 35-39 dB
  • Isolierverglasung mit mindestens einer Dichtungsebene.
  • Verbundfenster mit zwei Dichtungsebenen (Scheibenzwischenraum 40 mm)
  • Kastenfenster mit einer Dichtungsebene
4 40-44 dB
  • Isolierverglasung mit zwei Dichtungsebenen (Schalldämmaß der Verglasung 45 dB)
  • Verbundfenster mit zwei Dichtungsebenen (Gesamtglasdicke 14 mm, Scheibenzwischenraum 50 mm)
  • Kastenfenster mit zwei Dichtungsebenen (Gesamtglasdicke 8 mm, Scheibenzwischenraum 100 mm)
5 45-49 dB
  • Verbundfenster mit zwei Dichtungsebenen (Gesamtglasdicke 18 mm, Scheibenzwischenraum 60 mm)
  • Kastenfenster mit zwei Dichtungsebenen (Gesamtglasdicke 12 mm, Scheibenzwischenraum 100 mm)
6 50 dB
  • Kastenfenster mit getrennten Blendrahmen, besonderer Dichtung, sehr großem Scheibenzwischenraum und Verglasung aus Dickglas
Sie suchen Fenster? Fenster finden Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich
mehrere Fenster-Angebote.

Entsprechend den empfohlenen Lärmschutzwerten sind folgende Schallschutzfenster zu empfehlen:

  • Dorf und Mischgebiete: Schallschutzklasse 1-2 (Schlafen)
  • Stadtzentrum: Schallschutzklasse 3 (Wohnen), Schallschutzklasse 4 (Schlafen)
  • Verkehrsstarke Zonen: Schallschutzklasse 2 (Arbeiten), Schallschutzklasse 4 (Wohnen), Schallschutzklasse 5 (Schlafen)

Weiterführende Informationen finden Sie in dieser Informationsbroschüre des Umweltbundesamtes.

Partner werden